güllaç

11.10.2005

Es gibt zwei traditionelle türkische Desserts, die auf den Tischen der Sultane im osmanischen Reich besonders geschätzt wurden. Man kennt zwar eine Menge Köstlichkeiten, die in der Palastküche vorkommen, doch diesen beiden hat man einen besonderen Wert zugewiesen. Sie werden heutzutage mehr oder weniger immer noch zubereitet, wobei AŞURE auf jeden Fall mehr bekannt ist als das GÜLLAÇ.
Das Aşure wird jedes Jahr zu einem bestimmten Tag zubereitet und traditionsgebunden erhalten jeweils 7 Nachbarn eine volle Schüssel dieses Desserts. Die Nachbarn bringen die Schüsseln, entweder leer und nicht gewaschen (soll noch mehr Fruchtbarkeit in die Küche bringen) oder gefüllt ebenfalls mit Aşure oder anderen Süßigkeiten zurück, die sie parat haben. Dieses Jahr habe ich auch vor Aşure zu kochen, doch wo finde ich 7 Nachbarn, die Aşure essen würden? In dem Gebäude, in dem ich wohne, kenne ich nicht mal meinen Nebenbewohner :)
Güllaç ist etwas Besonderes, das man überwiegend nur im Fastenmonat Ramadan zu Gesicht bekommt. Die dünnen Blätter, die aus Speisestärke und Wasser hergestellt werden, sind in den restlichen Monaten des Jahres kaum zu finden. Das Dessert wird durch Einweichen der Blätter mit warmer Milch zubereitet. Es ist sehr leicht zu verdauen und hat einen angenehm süßen, milchigen Geschmack, der einem nach dem Fasten besonders gut tut.

Ich esse sehr gerne Güllaç, besonders wenn meine Mutter es zubereitet hat. Dieses Jahr habe ich es zum ersten Mal und nach dem Rezept meiner Mutter gemacht, das etwa ein Grundrezept darstellt. Man kann Güllaç auch mit geriebenen Äpfeln, Rosenwasser, unterschiedlichen Nüssen, Pudding, usw. zubereiten. Da wir uns momentan im Ramadan befinden, ist in der Türkei viel Güllac zu finden. Ich bin schon neugierig, was die türkischen Foodblogger mit Güllac machen werden:)

für 2 Personen

– 300-400ml. Milch
– Mark einer halben Vanilleschote
– 1,5 El Zucker
– 1,5-2 Güllac-Blätter
– eine handvoll Walnuss
– Granatapfelkörner zum Verzieren

1- Das Mark der Vanillaschote herauskratzen und die Milch aufkochen. Vom Herd nehmen, den Zucker hinzufügen und rühren bis der Zucker geschmolzen ist.
2- Die Blätter so teilen, dass der Boden einer passenden Form bedeckt wird. Löffelweise mit der warmen Milch begiessen, bis die Blätter weich werden. Jede Schicht mit Milch befeuchten und auf jede zweite Schicht etwas grob gehackte Walnuss verteilen. Die oberste Schicht ebenfalls und reichlich mit Milch begiessen und abschließend mit Granatapfelkörnern verzieren. Bis zum Verzehr in den Kühlschrank stellen.

Güllac hält leider nicht so lange. Es sollte lieber am selben Tag noch verspeist werden. Die trockenen Blätter halten jedoch gut verpackt ca. 2 Jahre.

Muzlu_rulo_tatli1_1

Das Rezept stammt von einer lieben Bloggerin Figen. Figen&Zeynep haben diese Nachspeise in ihrem Blog veröffentlicht und freundlicherweise hat Figen mir auch erlaubt, es hier zu übersetzen.

- 500 ml. Milch
- 60gr. Margarine
- 50gr. Mehl
- 1 El Kakaopulver
- 100gr. Butterkekse
- 4-5 große Erdbeeren oder 1 Banane

1- Die Milch und das Mehl unter ständigem Rühren erhitzen. Kurz vor dem Aufkochen den Zucker und den Vanillinzucker hinzufügen. 2-3 min. köcheln lassen bis die Mischung eindickt, dabei ständig rühren.
2- Die Milch vom Herd nehmen und die Margarine hineinrühren, ca. 10 min. mit dem Mixer aufschlagen. Dies verhindert zum einen die Hautbildung, zum anderen lösen sich eventuell enstandende Klümpchen wieder auf.
3- Die Kekse in der Küchenmaschine fein zerkleinern und mit Kakaopulver mischen. Die Kekskrümel gleichmäßig in einer Form verteilen. Den etwas erkalteten Pudding vorsichtig auf die Krümel schütten und darauf achten, dass er sich gleichmäßig auf der Krümelschicht verteilt.
4- Mindestens für 8 Std. in den Kühlschrank stellen.
5- Den nun schnittfesten Pudding in 8cm. breite lange Streifen schneiden, so dass man sie später aufrollen kann. Das Obst(Banane,Erdbeeren etc.) kleinschneiden, auf die Streifen verteilen und vorsichtig aufrollen.

Muzlu_rulo_tatli2_1 Die ausführliche Zubereitung kann man hier sehen. (Das ist ein türkisches Foodblog. Die Sprache kann man vielleicht nicht verstehen, aber die Bilder helfen einem weiter.)