queller

20.05.2009

Der Queller (Salicornia) ist eins der beliebtesten kalten Beilagen der ägaischen Küste in der Türkei. Bis vor kurzem fand man  Salicornia nur im Frühling und in bestimmten Gebieten am Meer, doch erfreulicherweise erhöht sich langsam  sein Bekanntheitsgrad und er ist auch in Deutschland ab und an mal in gut sortierten Fischläden erhältlich (ich glaube sogar leicht vorgegart).

Den Queller unten auf dem Foto habe ich aus der Türkei mitgebracht. Er ist noch roh -nur gewaschen und von der  Erde gereinigt- und ähnelt in diesem Zustand  fleischige Kakteen. Rohen Queller habe ich in Deutschland sonst nirgendwo gesehen, aber ich vermute, dass man ihn an der Ostsee bekommen könnte.

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Nun, was macht man mit dem Queller? Ich esse ihn am liebsten in Salatform mit Olivenöl und viel Zitronensaft. Salz braucht man auf keinen Fall, da er ohnehin sehr salzhaltig ist!

denizborulcesi1Zubereitung: Den gewaschenen Queller gibt man in das kochende Wasser und köchelt ihn etwa 8-10 Minuten. Probeweise nimmt man dann ein Zweig und versucht die Gräte abzustreifen. Kommt sie ohne weiteres raus, ist der Queller fertig gegart. Damit er sein leuchtendes Grün behält,  taucht man ihn kurz ins kalte Wasser und lässt ihn abtropfen. Der abgekühlte Queller muss nun von seinen Gräten befreit werden. Dafür hält man den Zweig an dem wurzeligen Ende und versucht mit Daumen und Zeigefinger das fleischige Grün abzustreifen. Die Gräte ist hellgrün und leicht knorpelig bis weich, je nachdem wie lange man den Queller gekocht hat. Für ungewohnte Hände ist dies am Anfang etwas mühselig aber man kommt  schnell in die Gänge.

Den abgestreiften Queller mischt man nach Geschmack mit Olivenöl und Zitronensaft oder eben einem anderen Dressing und serviert ihn z.B.  zum gegrillten Wolfsbarsch.

foccacia19aAls dieses Rezept in meiner Mailbox landete, stellte ich mit Freuden fest, dass es sich sehr leicht zu gefülltem Pide umstellen lässt. Was ich zum Schluss daraus gemacht habe wurde zwar weder ein richtiges Foccacia noch ein echtes Pide (vom Aussehen her), aber das Resultat fand ich irgendwie zufriedenstellend und werde es bei der nächsten Gelegenheit noch mal machen.

Diejenigen unter euch, die das Original sehen wollen, folgen den Link zum Rezept, das Schinken und Fontinakäse verwendet. Die Foccacias im Video (wunderbare Anleitung übrigens) fand ich etwas groß. Daher habe ich aus der halbierten Mengen 6 kleine Foccacias, beziehungsweise Pides gemacht.

foccacia28 Teig:
250 gr Mehl, 125 ml warmes Wasser, 1 Päckchen Trockenhefe, 1-2 EL Olivenöl und 1/2 TL Salz
Alles zu einem weichen Teig kneten und an einem warmen Ort aufgehen lassen, bis der Teig sich verdoppelt hat.

Füllung #1:
4 Scheiben Pastırma, 4 Scheiben Käse nach Wahl

Füllung #2:
1 große gekochte Kartoffel geraspelt, 1 TL vom schärfsten groben Chilipulver, 1 EL feingehackte Petersilie, 1 kleine Zwiebel, 1 TL Tomaten- oder Paprikamark, Salz und Pfeffer,
Zwiebel klein schneiden und 1 EL Öl anbraten und mit Tomatenmark mischen.
Kartoffel raspeln und mit gebratener Zwiebel, Chilipulver, Petersilie, Salz und Pfeffer gründlich vermengen.

Den aufgegangenen Teig durchkneten und in 6 Portionen teilen. Jedes Stück etwa 3 mm dünn -oder auch dünner- ausrollen (ich habe den Teig länglich ausgerollt. Man kann ihn aber auch rund machen). Die eine Hälfte des ausgerollten Teiges mit 2 Scheiben Pastirma und 2 Scheiben Käse belegen oder die Kartoffelfüllung darauf streichen. Die andere Hälfte darüber klappen und die Ränder fest andrücken. Mit einem scharfen Messer den Teig ein paar mal einritzen.

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Bei 220° C ca. 15 min. backen. Die heissen Pide mit Olivenöl bestreichen und servieren.

mikrowellenkuchen

19.01.2009

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Dass man in der Mikrowelle einen Kuchen backen kann, habe ich von einer Mailgroup erfahren. Das Rezept hatte Wellen geschlagen und es gab kaum jemand, dass ihn nicht ausprobiert hatte. Als ich zum ersten mal geschafft habe diesen Kuchen zu backen, war ich im wahrsten Sinne des Wortes schockiert. Mein Physikwissen reicht nicht aus um die Zusammenhänge zu erklären, was etwa in der Mikrowelle vorgeht, aber es kommt mir nicht normal vor, dass man genau in 6 min. einen fertig gebackenen, zudem wunderbar lockeren und hochgegangenen Kuchen bekommt.

Obwohl ich ihn sehr mochte – so sehr, dass es am Wochende gleich zwei davon gab – werde ich ihn oder ähnliche Sachen in der Mikrowelle nicht so oft machen, weil ich über meine Vorurteile gegen die MW nicht hinweg komme – dennoch füge ich hier ganz leise zu, dass er mein Retter sein wird wenn ich in Eile bin.

Ich habe die Zutaten in Gramm notiert, aber einfacher geht es mit einem Glas, das 200 ml. misst.

  1. Ein Glas Mehl (120 gr), 1/2 Päckchen Backpulver und eine Priese Salz mischen.

  2. In einer anderen Schüssel 3/4 Glas Zucker (120 gr), 1/2 Glas Öl, 1/2 Glas Milch und 1,5 EL Kakao rühren und 1/2 Glas davon beiseite stellen. 2 Eier untermischen, die Mehlmischung darüber sieben und verrühren.

  3. Eine mikrowellentaugliche Form (ich benutze eine Glasschale) leicht ölen. Den Teig in die Schale geben und auf höchster Leistung (bei mir sind es 800 Watt) 6 min. backen. Die restliche Mischung aus Schritt 2 auf dem heißen Kuchen verteilen.

  4. Lauwarm mit Vanilleeis genießen.

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shortbread brownies

30.11.2008

Die Idee, Brownies auf einem Mürbeteigboden zu backen hat mir auf Anhieb gut gefallen, obwohl ich keine Browniefanatikerin bin. Meine Euphorie rührte daher, dass ich normalerweise Torten mit solchem festen Boden sehr gerne esse, was man zum Glück in Deutschland fast in jeder Bäckerei findet.

Im Original hiess der Kuchen “Shortbread Brownies”. Meine Version ist aber weit entfernt davon um eine Brownie zu sein und ist nichts anderes als ein normaler Rührkuchen mit Kakao.  Spielt einfach mit den Mengen oder schmeißt andere Sachen in den Teig, wenn ihr ihn zu süß, zu schokoladig oder zu fad findet.

Boden: 150 gr Mehl, 30 gr brauner Zucker, 100 gr kalte Butter
Brownie: 100 gr Zucker, 120 gr Mehl, 55 gr Kakao,  1 1/2 TL Backpulver, 1/2 TL Salz, Vanillinzucker, 3 Eier, 50 ml Öl, 3 EL Joghurt und 100 gr Schokoladenstückchen.

  1. Den Ofen auf 175° C vorheizen. Eine eckige Kuchenform (z. B. 22 X 22 cm) mit Backpapier auslegen. Die Zutaten für den Boden zu einem krümeligen Teig verkneten und in die Kuchenform pressen. 8 min backen.
  2. Währenddessen Zucker, Mehl, Kakao, Backpulver, Vanillinzucker und Salz mischen. Eier, Joghurt und Öl hinzugeben und mit einem Gabel oder Schneebesen zusammenrühren. Auf den heißen Boden kippen, ebenmäßig verteilen und mit Schokostückchen bestreuen. Weitere 40 min backen.
  3. Nach dem Abkühlen in 16 oder 24 Stücken schneiden.

– Den oberen Teil habe ich mehr oder weniger improvisiert. Ich habe sogar ein halbes Päckchen Schokopuddingpulver hinein getan, damit die offene Packung verwendet wird.
– Der Kuchen lässt sich sehr schnell und mühelos vorbereiten. Während der Boden im Ofen vor sich hin backt, rührt man den zweiten Teig und gibt ihn einfach auf den heißen Boden und backt weiter.
– Mittlerweile habe ich ihn zum zweiten Mal gebacken, ein mal mit Schokoladenstückchen darauf, ein mal ohne. Mit Schokolade schmeckt er wesentlich besser.
– Das Originale Rezept stammt aus der Christmas Cookies Beilage (2006) von Better Homes and Gardens, die neben Shortbread Brownies eine Menge schöne Rezepte enthält. Wenn ihr das Rezept im Original lesen wollt, könnt ihr hier nachschauen.

Zutaten: 1 Eiweiß, 80 gr Puderzucker, 1 Pck. Vanillin, 1/2 TL Zimt, eine Prise gemahlene Kardamom, 120-150 gr gemahlene Haselnüsse

Eiweiß und Salz in einer sauberen, fettfreien Schale zu festem Schnee schlagen. Den Zucker einrieseln lassen und dabei weiter schlagen. 2 EL vom Eischnee beiseite stellen und abdecken. Den Rest mit Vanillin, Zimt und Kardamom mischen. So viel gemahlene Haselnüsse unter den übrigen Eischnee rühren, bis die Masse nicht mehr klebt. Den Teig eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Ofen auf 120° C vorheizen. Den Teig zwischen Frischhaltefolie ca. 1 cm dick ausrollen. Sterne ausstechen, auf das Backblech setzen und mit dem zurückbehaltenen Eischnee bestreichen.
Im Ofen 15 min backen und dann die Temperatur auf 100° C runterdrehen. Weitere 15 min backen. Die Sterne müssen sich beim Herausnehmen noch etwas weich anfühlen. Beim Abkühlen werden sie fester. Wenn ihr wünscht, dass die Eiweißdecke ihre weiße Farbe behält, könnt ihr mit dem Puderzucker auch 1-2 Tropfen Zitronensaft in den Eischnee geben.