In der türkischen Foodblogosphäre hat man eine Weile nur noch von einem bestimmten Küchlein gesprochen, das nur in einer bestimmten Bäckerei in Ayvalik gebacken wird. Das Besondere dabei war, dass dieses Küchlein “Lor” (ein quarkähnliches Milchprodukt) und “Mastix” enthält und das Rezept wie ein Staatsgeheimnis gehütet wird.

Sibel, eine meiner Lieblingsbloggerinnen aus der Türkei, hat daraufhin improvisiert und ein Rezept nach ihren Vorstellungen erfunden. Ich habe das Original zwar nie gekostet, aber für diejenigen, die beide Alternativen vergleichen konnten, kam Sibel´s Küchlein dem Original sehr nahe.
Als ich ihr Rezept auch ausprobieren wollte, traten allerdings zwei Probleme auf.
– Erstens: “Lor” ist in Deutschland nicht zu finden. Also musste ich entweder Quark verwenden oder Lor selber herstellen. Ich bin alle Blogs durchgegangen, habe Fethiye von Yogurtland ausgequetscht und schließlich meinen eigenen Lor hergestellt.
Es ist sehr einfach und vor allem eine gute Verwendungsmöglichkeit für gerade abgelaufene oder abgestandene Milch, die man nicht mehr trinken mag. Aus 1 Lt. Milch erhält man etwa 250 gr. Lor. Und so wird’s gemacht: Die Milch zum Kochen bringen. Saft von einer viertel Zitrone oder 3 EL Yoghurt oder 3 EL Kefir hinzufügen und mischen. Nach ca. 10 Sek. fängt die Milch an zu gerinnen. Nach etwa einer Minute trennen sich das hellgrüne Wasser (molkeähnlich) und die geronnenen Milchteilchen voneinander. Ich habe die “umgewandelte” Milch ca. 2 Std. ruhen lassen, dann alles in ein Sieb gegeben und abtropfen lassen.
– Zweitens: “Mastix” konnte ich nicht finden. Ich habe meine Eltern und Freunde gebeten, die in die Türkei geflogen sind, mir welchen mitzubringen.
Mastix ist das Harz des Mastixstrauches, der auf der griechischen Insel Chios zu Hause ist.

Er hat einen Nadelbaumaroma im Geschmack bzw. im Geruch, der für ungewohnte Gaumen relativ aufdringlich sein kann. Unter den Kennern dagegen ist der Mastix sehr beliebt. Die kleinen Mastixstücke sind teuer, da sie per Hand gesammelt und weiter verarbeitet werden bis sie konsumfertig sind.
Nun, was macht man mit Mastix? Man zerstoßt ihn mit ein wenig Zucker oder auch ohne und gibt das Pulver dann in Puddings (berühmt berüchtigte “sakizli muhallebi” ), süsse Backwaren oder Eis. Ob man mit Mastix deftige Gerichte abschmecken kann, ist mir leider nicht bekannt.

Das Rezept, für ca. 20 Stück
– 200 – 250 gr. Mehl
– 2 Eier (ein Eiweiß getrennt)
– 1 TL Natron
– Saft einer viertel Zitrone
– 150 gr. Zucker
– 2 Stückchen Mastix
– 250 gr. Lor, Ricotta oder Quark
– ca. 50 ml. Olivenöl
– Sesam

1- Das Öl, den Zucker und ein ganzes Ei und ein Eigelb (das Eiweiß wird später verwendet) und den Lor bzw. die Alternativen mischen. Natron und Zitronensaft rühren und mit dem Mehl in die Mischung geben. Alles zu einem Teig verarbeiten. Der Teig wird weich und klebt ein wenig, doch er soll sich leicht formen lassen. Man kann zwar noch ein bisschen Mehl hinzufügen, aber nicht zuviel des Guten, sonst werden die Küchlein hart.
2- Die Maxtixstücke zerstoßen und in den Teig geben. Nochmal kurz kneten. Aus dem Teig kleine Küchlein formen, mit leicht geschlagenem Eiweiß bepinseln und mit Sesam bestreuen. Im vorgeheizten Backofen bei 180° C ca. 30 Min. backen.

Meine Küchlein sind leider auf einer Seite dunkel geworden. Aber außer dieser kleinen Panne, war alles in Ordnung. Sie haben super gerochen und wunderbar geschmeckt.

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