mikrowellenkuchen

19.01.2009

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Dass man in der Mikrowelle einen Kuchen backen kann, habe ich von einer Mailgroup erfahren. Das Rezept hatte Wellen geschlagen und es gab kaum jemand, dass ihn nicht ausprobiert hatte. Als ich zum ersten mal geschafft habe diesen Kuchen zu backen, war ich im wahrsten Sinne des Wortes schockiert. Mein Physikwissen reicht nicht aus um die Zusammenhänge zu erklären, was etwa in der Mikrowelle vorgeht, aber es kommt mir nicht normal vor, dass man genau in 6 min. einen fertig gebackenen, zudem wunderbar lockeren und hochgegangenen Kuchen bekommt.

Obwohl ich ihn sehr mochte – so sehr, dass es am Wochende gleich zwei davon gab – werde ich ihn oder ähnliche Sachen in der Mikrowelle nicht so oft machen, weil ich über meine Vorurteile gegen die MW nicht hinweg komme – dennoch füge ich hier ganz leise zu, dass er mein Retter sein wird wenn ich in Eile bin.

Ich habe die Zutaten in Gramm notiert, aber einfacher geht es mit einem Glas, das 200 ml. misst.

  1. Ein Glas Mehl (120 gr), 1/2 Päckchen Backpulver und eine Priese Salz mischen.

  2. In einer anderen Schüssel 3/4 Glas Zucker (120 gr), 1/2 Glas Öl, 1/2 Glas Milch und 1,5 EL Kakao rühren und 1/2 Glas davon beiseite stellen. 2 Eier untermischen, die Mehlmischung darüber sieben und verrühren.

  3. Eine mikrowellentaugliche Form (ich benutze eine Glasschale) leicht ölen. Den Teig in die Schale geben und auf höchster Leistung (bei mir sind es 800 Watt) 6 min. backen. Die restliche Mischung aus Schritt 2 auf dem heißen Kuchen verteilen.

  4. Lauwarm mit Vanilleeis genießen.

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Bis vor 2 Tagen hatte ich einen kompletten Internet- und Telefonausfall, der etwa 2 Wochen gedauert hat. Anfangs war ich frustruiert, dass ich Abends nicht mehr ins Internet gehen und telefonieren konnte – dazu kommt, dass ich in einer Wohnung lebe, die in einem vollkommenen Funkloch liegt, in dem kein einziges Mobiltelefonnetz funktioniert. Also herrschte bei mir für zwei Wochen die perfekte Stille und man konnte die ruhigen Abendstunden so verbringen wie etwa vor 15 Jahren, nämlich mit Lesen, rumalbern (dieses mal alleine, da die Schwester und Cousine weit weg sind) oder aufräumen und ausmisten.

In der kommunikationslosen Zeit habe ich mehrere Rezepte ausprobiert wobei Nunu’s Apfelkuchen mit Abstand das leckerste war. Diesen Kuchen liebte ich sehr als Kind, doch er ist irgendwie in Vergessenheit geraten, während ich im www ständig nach neuen äpfeligen Rezepten Ausschau gehalten hatte. Er ist sehr einfach, ein bescheidener Kuchen eben, den man immer wieder gerne isst.

Teig

50 ml Öl
50 gr. weiche Butter (ich hatte nur 30 gr. parat und es hat wunderbar ausgereicht)
300 gr. Joghurt
1 Packung Backpulver oder 1/2 TL Natron
80-100 gr. Zucker (je nachdem wie süss man den Boden haben möchte)
550 gr. Mehl

Butter und Zucker cremig schlagen, Öl und Joghurt hinzugeben. Mit Mehl und Backpulver zu einem Teig verkneten.

Füllung

6 mittelgroße saure Äpfel, 3 EL Zucker (im Original 6 EL), 1 TL Zimt, nach Lust gemahlene Nelken und Kardamom

Äpfel schälen und raspeln. Mit Zucker andünsten und zum Schluss Zimt untermischen. Die Füllung kaltstellen.

  1. Ein Ringform (28 oder 30 cm Durchmesser) einfetten.
  2. Den Teig in drei teilen. Ein Teil ausrollen und den Boden des Formes damit auslegen. Die Seiten etwas nach oben ziehen. Die Füllung in die Form geben und ebenmäßig verteilen. Den zweiten Teil des Teiges ausrollen und den Kuchen damit bedecken. Die Seiten fest andrücken.
  3. Den restlichen Teig ausrollen und in Streifen schneiden. Als Gitter auf den Kuchen legen.
  4. Im vorgeheizten Ofen bei 175° C goldgelb backen.
  5. Den völlig kaltgestellten Kuchen mit Puderzucker und Zimt bestreuen.

Epicurious ist meine ultimative Fanseite, bei der ich jeden 2. Tag vorbeischaue und mit viel Elan irgendwelche Rezepte ausdrucke, die ich aber meistens erst nach Wochen ausprobieren kann. Diese Schnitte sind auch vor Wochen entdeckt aber erst vor kurzem gebacken worden. Sie sind knusprig, leicht klebrig und süss. Obwohl ich den Zucker reduziert habe, fand ich den 60 gr. Zucker im nachhinein immer noch etwas viel. Dennoch haben sie mir gefallen und ich würde sie beim nächsten Mal mit etwas weniger Zucker machen. Das Original von Epicurious ist hier.

  • 120 gr. Kokosraspel
  • 150 gr. Vollkornmehl
  • 60 gr. Zucker
  • eine Prise Salz
  • 150 gr. Butter
  • 130 gr. Haferflocken
  • 3-4 EL Himbeermarmelade
  1. Backofen auf 180° C vorheizen. Die Hälfte der Kokosraspeln in den Ofen geben und ca. 5-7 min. goldbraun backen (sie werden schnell dunkel, also aufpassen).
  2. Mehl, Zucker und Salz mischen. Mit Butter zu einem Teig kneten. Die gebackenen Kokosraspeln und Haferflocken zum Teig geben und kneten bis alles durchgemischt ist.
  3. Ca. 1/4 des Teiges beiseite legen . Den Rest auf ein Ofenblech (z. B. 22 X 33 cm. groß)
  4. Die Teigplatte mit Himbeermarmelade belegen und den restlichen Teig und die restlichen Kokosraspeln darauf streuen.
  5. 20 bis 25 min. backen.
  6. Den warmen Kuchen in Quadraten schneiden.

Einige Zeit lang, wohl vor ein paar Jahren, war der “chocolate&zucchini cake” ein ganz großer Hit und man konnte ihn in etlichen Blogs treffen. Damals hatte er fast eine Welle ausgelöst wie z. B. das no-knead bread oder macarons.

Es gibt unendlich viele Rezepten im Netz, doch beim Vergleichen stellt man leicht fest, dass sie sich nur fünkchenweise voneinander unterscheiden. Deswegen habe ich ein eigenes Rezept kombiniert, das in der Regel viel weniger Zucker, nur Öl und zusätzlich Joghurt enthält. Wie jeder unproblematische Kuchen, kann man auch hier nichts falsch machen. 50 gr. weniger Mehl oder 50 gr. mehr Milch, zusätzliche Gewürze oder Zucker würden keine großen Probleme verursachen. Wenn ihr das Öl durch Butter ersetzen wollt, dann gilt allgemein die Gleichung:  80ml. Öl –> 100 gr. Butter (so steht es auf jeden Fall auf einer Ölflasche).

Update, 30.07.2008: Liebe Ulrike von Küchenlatein erklärte mir bei Gelegenheit das Verhältnis zwischen Öl und Butter etwas genauer, die ich hier gerne zitiere “… wollte ich dir nur bestätigen, dass die Rechnung 80 ml = 100 g Butter im Prinzip richtig ist. Butter enthält 82 % Fett, 16 % Wasser und der Rest sind Eiweiß und Mineralstoffe. Im Prinzip nur deshalb weil 80 ml Öl nicht unbedingt 80 g entsprechen,… ”

  • 100 ml. Rapsöl + 50 ml. Olivenöl
  • 120 gr. Zucker
  • 1 Packung Vanillinzucker
  • 3 Eier
  • 60 ml. Milch + 60 ml. Joghurt
  • 1/2 Packung Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • ca. 225 gr. Mehl
  • ca. 50 gr. Kakao
  • eine große Zucchini, geraspelt
  1. Öl, Zucker, Vanillinzucker, Eier, Milch und Yogurt mit dem Schneebesen schlagen.
  2. Mehl, Kakao, Backpulver, Natron mischen und unter die Eiermischung rühren.
  3. Die geraspelte Zucchini unterheben.
  4. Bei 175° C ca. 50 min. backen.
  5. Abkühlen lassen und nach Wunsch mit Schokolade überziehen (wobei ich denke, ein Überzug aus Bitterschokolade gibt den Kuchen einen willkommenen Kick).

Zu diesem saftigen Kuchen passen leicht geschlagene Sahne, Vanilleeis oder Himbeeren. Nach meinem Empfinden hat er am zweiten Tag noch besser geschmeckt.

Ich wünsche allen ein frohes neues Jahr.

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Am ersten Tag des Jahres wusste ich nicht, wie ich mich beschäftigen soll. Ich wollte backen, ins Kino gehen, ignorierte Kleinkram bewältigen, ins Fitnessstudio gehen, die Küche aufräumen, usw. Ich war einfach zu panisch, um die freie Zeit bestmöglich zu nutzen. Da ich leider die meiste Energie schon beim Überlegen verschwendet habe, konnte ich zum Schluss nur noch backen und ins Kino gehen.

Die Dattelrolle hatte ich vor langer Zeit in Taste entdeckt. Mit ein paar winzigen Änderungen hat die Rolle einen heimischen und vertrauten Geschmack bekommen, der mich gestern irgendwie etwas nostalgisch gestimmt hat. Es ist eine bescheidene Rolle, die trotz ihrer Einfachheit sehr gut schmeckt. Das Originalrezept ist hier zu finden.

  • 320 gr. Mehl
  • 60 gr. Butter
  • 1,5 TL Backpulver
  • 180 ml. Milch
  • 4 EL brauner Zucker
  • 200 gr. entkernte Datteln
  • 200 ml. Orangensaft
  • 1 EL Haselnussfilets
  • 1 EL Mandelfilets
  • je ein Messerspitz Zimt, Nelkenpulver und Kardamom
  1. Datteln kleinschneiden und in Orangesaft ca. 10 min. weichkochen. Mit 2 EL Zucker, Gewürzen, Haselnuss- und Mandelfilets mischen und abkühlen lassen.
  2. Mehl, 2 EL Zucker und Butter zu einem Krümelteig verarbeiten. Rasch mit der Milch zu einem weichen Teig kneten.
  3. Den Teig zu einer ca. 25 cm X 35 cm großen Platte ausrollen. Mit dem Dattelmus bestreichen und aufrollen.
  4. Auf der Rolle ca. 1 cm breite und 1 cm tiefe Einkerbungen machen. Mit 2 EL Milch bestreichen und mit braunem Zucker bestreuen.
  5. Im vorgeheizten Ofen bei 200 °C ca. 20-25 min. backen.

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